
Operation nach Shouldice:
Kleiner Leistenbruch ohne Risikofaktoren
Die Operation nach Shouldice werden angewandt bei kleinen Leistenbrüchen ohne Risikofaktoren.Die meisten Leistenbrüche lassen sich dauerhaft durch eine Shouldice-Operation in örtlicher Betäubung beheben.

Prinzip der Operation:
Durch Naht der Bauchwandschichten wird die Bruchlücke ohne dauerhaften Verbleib von Fremdmaterial verschlossen. Nach einem Leistenhautschnitt von 5 bis 7 cm wird der Leistenkanal unter Schonung von Nerven und Samenstranggebilde (Mutterband bei Frauen) freigelegt und der aus Bauchfell bestehende Bruchsack bis zur Bruchpforte freipräpariert, eröffnet und evtl. darin befindliche Bauchorgane (z.B. Darmschlinge) in die Bauchhöhle zurückgedrängt. Eine Naht verschließt den Bruchsackeingang. Zum Verschluß der Bauchwandlücke werden in mehreren Nahtreihen die muskulären und sehnenplattenartigen Bauchschichten miteinander vernäht (siehe Abb.), wobei ein exakt definierter Durchlaß für den Samenstrang (Mutterband) verbleibt. Der Hautfaden wird nach einer Woche entfernt, die inneren Fäden lösen sich nach Ausbildung der Narbe auf.
Vorteil:
Die Operation ist schmerzfrei in örtlicher Betäubung durchführbar, es verbleibt kein Fremdmaterial.
Nachteil:
Da die Narbenbildung Zeit braucht, ist die Maximalbelastung der Bauchwand erst nach 6 Wochen möglich. Doppelseitige Brüche sollten nicht gleichzeitig operiert werden.