
Das Wilhelmsburger Leistenbruchkonzept
Im Hernienzentrum Wilhelmsburg beraten wir Sie ausführlich über Ihr Bruchleiden.
Da die Leistenbruchbefunde, die Lebensumstände, körperlichen Gegebenheiten und Begleitkrankheiten der Patienten sehr unterschiedlich sind, gibt es kein Operationsverfahren welches für alle Patienten die ideale Methode darstellt.
Die heute verfügbaren Kunststoffnetze sind aus der modernen Hernienchirurgie nicht mehr wegzudenken. Sie sind im Allgemeinen gut verträglich und in immer dünnerer Fadenstärke erhältlich, d.h. sie bestehen aus weniger Fremdmaterial. Da die Kunststoffnetze lebenslang im Körper verbleiben, sollte Ihr Einsatz nicht kritiklos erfolgen. Nicht jeder Leistenbruch muß mit einem Kunststoffnetz versorgt werden.
Wir operieren Leistenbrüche bei Kindern ab dem 6. Lebensjahr. Es erfolgt stets die Bruchsackabtragung in Vollnarkose ohne Kunststoffnetzeinlage. Weitere Einzelheiten siehe unter Hernien bei Kindern.
Bei sehr jungen Patienten mit einem kleinen Leistenbruch, sonst günstigen Bindegewebsverhältnissen ohne Risikofaktoren für Wiederholungsbrüche ist die Implantation eines Kunststoffnetzes nicht erforderlich. Der Nahtverschluß nach Shouldice in örtlicher Betäubung ist das Verfahren der Wahl, da wir einem/r 20-jährigen Patienten/in die Antwort schuldig bleiben, wie das Kunststoffnetz wohl aussieht, wenn er/sie 60 Jahre alt ist.
Bei Patienten im erwerbstätigen Alter entscheiden individuelle Faktoren, ob ein "offenes" Verfahren mit oder ohne Netz oder die endoskopische Methode das Verfahren der Wahl darstellt.
Besonders bei beidseitigen Leistenbrüchen ist die Schlüssellochtechnik am günstigsten, weil ohne Schnitterweiterung in einer Narkose beide Leistenbrüche behoben werden können. Nicht empfehlenswert ist die endoskopische Methode bei Patienten mit Narkoserisiken und Voroperationen im Unterbauch.
Bei älteren Patienten mit Risikofaktoren für Wiederholungsbrüche und Narkoserisiken ist das Verfahren nach Lichtenstein, bei dem in örtlicher Betäubung ein kleines Kunststoffnetz über einen 4 bis 7cm langen Leistenschnitt eingebracht wird, die ideale Technik. Auch Greisen mit schwersten Begleitkrankheiten ist der Eingriff mit geringem Risiko zuzumuten.
Bei Wiederholungsbrüchen ist die Versorgung mit einem Kunststoffnetz unverzichtbar. Es kommt entweder die endoskopische Technik oder die Lichtensteinmethode zur Anwendung. Entscheidend ist die Anzahl und das/die Verfahren der Voroperation/en.
Bei der Auswahl des Operations- und Betäubungsverfahrens sind selbstverständlich auch Ihre Wünsche von großer Bedeutung.
Patient ca. 1 Stunde nach durchgeführter Leistenbruchoperation in örtlicher Betäubung