
Allgemeines über die Schilddrüse:
Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ. Sie liegt schmetterlingsförmig unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Die Schilddrüse produziert die lebenswichtigen Schilddrüsenhormone, die einen wesentlichen Einfluss auf viele Stoffwechselvorgänge in unserem Körper haben. Ein intakter hormoneller Regelkreis zwischen dem Mittelhirn, der Hirnanhangdrüse und der Schilddrüse sorgt dafür, dass weder zuviel noch zuwenig Schilddrüsenhormone in der Schilddrüse gebildet werden.
Schilddrüsenhormone haben unter vielen anderen folgende Aufgaben:
Der Kropf (Struma)
Ein Kropf (Struma) ist eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse. Die Ursache für einen Kropf ist in den allermeisten Fällen ein Jodmangel. Auch Deutschland zählt zu den Jodmangelgebieten. In einigen Regionen Deutschland hat jeder 3. Bürger einen Kropf.
Ein Jodmangel im Trinkwasser, wie er in vielen Gebieten Deutschlands vorkommt, ist am häufigsten dafür verantwortlich, dass sich ein Kropf entwickelt. Das eingeschränkte Jodangebot erschwert dann die Hormonbildung in der Schilddrüse. Als Reaktion darauf nimmt in vielen Fällen die Schiddrüsengröße (=Organvolumen) zu.

Die Schilddrüsenoperation
Alle Operationen an der Schilddrüse und den Nebenschilddrüsen erfolgen bei uns unter Verwendung des Neuromonitorings (Elektronisches Suchgerät für die Recurrensnerven, siehe Abb.) und unter Lupenbrillenpräparation, d.h. der Operateur trägt eine Lupenbrille, die das Gewebe in 5-facher Vergrößerung zeigt. Mit der Lupenbrille sieht der Operateur auch kleinste Blutgefäße der sehr gut durchbluteten Schilddrüse, was ein nahezu blutfreies Operieren ermöglicht. Der Operateur hat damit optimale Bedingungen, die Recurrensnerven und die Nebenschilddrüsen sicher zu identifizieren und zu schonen und krankhaft verändertes von normalem Schilddrüsengewebe abzugrenzen. Auch wird das Risiko einer Nachblutung maximal gesenkt. Unsere große operative Erfahrung, die filigrane Operationstechnik und optimale aparative Ausstattung bedeuten für unsere Patienten größtmögliche Sicherheit, um gefährliche Nachblutungen, Nervenlähmungen, Kalziummangel zu vermeiden. Alle diese Komplikationen kommen bei uns in unter einem Prozent der Fälle vor.
Bei folgenden Symptomen und Befunden ist eine Schilddrüsenoperation erforderlich:
Nach der Kropfoperation
Sind bei dem chirurgischen Eingriff große Teile der Schilddrüse entfernt worden, muss der Patient nach der Operation Schilddrüsenhormone einnehmen (Rezidivprophylaxe). Damit soll eine neuerliche, durch Hormonmangel bedingte Kropfbildung verhindert werden.
Zu den typischen Komplikationen bei einer Kropfoperation zählen:
Schilddrüsenautonomie und Morbus Basedow
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) erhält der Körper zuviel an Schilddrüsenhormonen. Häufigste Ursachen einer Überfunktion sind eine Schilddrüsenautonomie und ein Morbus Basedow.
Schilddrüsenautonomie
Foto Schilddrüsenautonomie im Szintigramm
Dies bedeutet, dass die bedarfsgerechte Hormonproduktion der Schilddrüse von der Kontrolle durch die übergeordneten Zentren im Gehirn – dem Hypothalamus und der Hypophyse – abgekoppelt ist. Die Autonomie kann das gesamte Organ betreffen oder nur einen bestimmten Bezirk. Im letztgenannten Fall spricht man dann von einem autonomen Adenom, also einem selbstständigen gutartigen Tumor des Schilddrüsengewebes.
Die Diagnose wird im Allgemeinen mithilfe der Szintigrafie gestellt. So genannte "heiße" Knoten deuten auf eine Autonomie hin.
Morbus Basedow
Foto: Patientin mit Morbus Basedow:
Ein besonders auffallendes Merkmal der Erkrankung sind die her- vortretenden Augäpfel und der damit einher- gehende starre Blick
Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, bei der im Körper des Patienten sogenannte Autoantikörper gegen das Gewebe der eigenen Schilddrüse gebildet werden. Da oft außerdem eine Kreuzreaktion mit Vergrößerung des Fettgewebes hinter dem Augapfel auftritt, zeigen 70 Prozent der Patienten das Symptom hervortretender Augen (endokrine Orbitopathie = drüsenbedingte Krankheit der Augenhöhle).
Weitere typische Symptome des Morbus Basedow sind:
Die Diagnose wird durch den laborchemischen Nachweis bestimmter Autoantikörper gesichert (TSH-Rezeptorantikörper, TRAK)
Therapie
Sie erfolgt in folgenden Schritten:
Schilddrüsenkrebs
Bei frühzeitiger Diagnose ist Schilddrüsenkrebs in den meisten Fällen heilbar. Das Ausmaß der Operation ist abhängig vom Tumortyp, der Tumorgröße und der Tumorausdehnung auf Nachbarorgane und Lymphdrüsen.
Werden erst in der feingeweblichen Untersuchung des entfernten Schilddrüsengewebes bösartige Zellen gefunden, ist oft eine Nachoperation erforderlich. Oft ist dann auch eine zusätzliche Radiojoddiagnostik und Therapie angezeigt, mit der Tumorabsiedelungen im Körper zerstört werden.
Operation bei Nebenschilddrüsenüberfunktion
Der Fachbegriff für eine Nebenschilddrüsenüberfunktion heißt Hyperparathyreoidismus . Die Erkrankung äußert sich unter anderem in einer Überproduktion des Parathormons, das die Nebenschilddrüsen herstellen. Die Substanz reguliert zusammen mit anderen Hormonen den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel in unserem Körper.
Die vier Nebenschilddrüsen, auch Epithelkörperchen genannt, sind etwa 5 bis 8 mm groß und wiegen zwischen 20 und 50 mg. Im Fall einer Überproduktion können sie jedoch wesentlich größer werden. Die kleinen Drüsen liegen gewöhnlich auf der Rückseite und hinter den Polen der Schilddrüse. Oft sind sie den zuführenden Gefäßen angelagert
Ursachen
Man unterscheidet zwei Ursachen für eine Nebenschilddrüsenüberfunktion:
Diagnose
Bei der Diagnose ist es oft schwierig, die mitunter sehr kleinen Nebenschilddrüsen zu lokalisieren. Manchmal liegen sie atypisch im Brustkorb hinter dem Brustbein, im sogenannten Mediastinum. Wichtige diagnostische Verfahren sind Ultraschall, Computer- und Kernspintomographie sowie die Szintigraphie der Nebenschilddrüsen.
Therapie
Alle Operationen an den Nebenschilddrüsen erfolgen bei uns unter Verwendung des Neuromonitorings (Elektronisches Suchgerät für die Recurrensnerven, siehe Abb.) und unter Lupenbrillenpräparation, d.h. der Operateur trägt eine Lupenbrille, die das Gewebe in 5-facher Vergößerung zeigt.
Sowohl bei einem primären als auch bei einem sekundären Hyperparathyreoidismus müssen alle vier Nebenschilddrüsen freigelegt werden:
Oft sind die kleinen Organe auch während der Operation nur schwer auszumachen. Lassen sie sich am Hals nicht finden, muss der Chirurg unter Umständen einen zweiten Eingriff vornehmen. Er spaltet dann das Brustbein und öffnet den Brustkorb. Anschließend sucht er das Mittelfell ab.