
Das Hüftgelenk
Die Hüfte ist eines der am stärksten belasteten Gelenke des Menschen. Sie trägt nicht nur das Körpergewicht und oft ein Vielfaches davon, sondern leistet auch eine unglaubliche Zahl von Bewegungszyklen. Jede Hüfte bringt jährlich im Durchschnitt ungefähr 1,5 Millionen Laufschritte zustande. Sie ermöglicht dem Menschen, die Beine anzuwinkeln, nach innen und außen zu drehen und zu grätschen.
Die Hüften verbinden den Oberkörper mit den Beinen und bestehen aus dem Hüftkopf und der im Becken befindlichen Hüftpfanne. Der mit Knorpel bedeckte, kugelförmige Hüftkopf befindet sich am oberen Ende des Oberschenkelhalsknochens. Er sitzt fest umschlungen von starken Muskeln, festen Hüftbändern und einer abgeschlossenen Gelenkkapsel stabil in der Hüftpfanne, die ebenfalls mit Knorpel ausgekleidet ist. Die Bewegung einer gesunden Hüfte erfolgt ausschließlich an den beiden Knorpelflächen um den Gelenkmittelpunkt und ermöglicht dadurch eine schmerzfreie Funktion.
Die häufigsten Hüfterkrankungen sind der Knorpelverschleiß und die Gelenkentzündung. Häufig verschleißt der Knorpel immer mehr und verschwindet an manchen Stellen sogar ganz, so dass die Knochen im Gelenk direkt aufeinander reiben. Auch der Knochen nutzt sich dabei ab und verformt sich unter Umständen. Reibt Knochen auf Knochen,so wirkt dies wie Sand im Getriebe und führt zu starken Schmerzen.
Hüftgelenkersatz- das ganze Spektrum moderner Hüftgelenkchirurgie:
Unser Konzept - Befundabhängige individuelle Auswahl des Prothesentyps und Operationsverfahrens.
Hüftgelenkersatz
Wenn die Schmerzen die Bewegungsmöglichkeiten der Hüfte und die alltäglichen Aktivitäten gravierend einschränken und Physiotherapie, Medikamente und physikalische Maßnahmen nicht mehr helfen, kann die Implantation eines künstlichen Gelenks eine Lösung sein. Ein Hüftgelenkersatz ist erforderlich bei:
Die operativen Verfahren für die Implantation von Hüftgelenken haben sich in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert und sind inzwischen als Standardeingriff zu sehen. Dabei werden die beschädigten Teile des Gelenks durch eine Prothese ersetzt, die aus mindestens zwei bis drei separaten Teilen besteht: Dem Schaft, der im Oberschenkelknochen verankert ist, einem oben aufgesetzten Kugelkopf und einer Schale, die fest im Becken implantiert wird. Den Prothesentyp wählen wir individuell und abhängig vom Befund aus.
Sowohl beim Gelenkverschleiß als auch beim Schenkelhalsbruch sind wir bestrebt, so lange wie möglich eine Gelenk erhaltende Behandlung durchzuführen. Ist aber das Hüftgelenk vollständig zerstört und sind alle anderen Therapieformen nicht mehr erfolgversprechend, so besteht die Indikation zum Gelenkersatz. Unser Ziel ist es, möglichst nur das krankhaft veränderte Gewebe zu entfernen und intakten Knochen, Muskulatur und Weichgewebe zu erhalten. Auf möglichst kleine Hautschnitte und eine schonende Operationstechnik legen wir sehr großen Wert.
Bei Patienten mit Zerstörung der Hüftgelenkflächen, geeigneten anatomischen Knochenverhältnissen und hoher Knochenfestigkeit - meist Patienten bis zum 60. Lebensjahr - bieten wir die so genannte Hüftkappenprothese an. Bei diesem Prothesentyp werden nur die defekten Gelenkflächen entfernt, wobei Hüftkopf und Schenkelhals erhalten bleiben.
Nachbehandlung nach Gelenkeingriffen
Nach jedem gelenkchirurgischen Eingriff ist ein operationsspezifisches und individuell auf die Patienten abgestimmtes, frühfunktionelles physiotherapeutisches Übungsprogramm vorgesehen. Das Programm dient dazu, die Muskeln aufzubauen, den Gang zu schulen und die Bewegungsabläufe zu trainieren. Ihre Mitarbeit ist dabei überaus wichtig. Unser Ziel ist es, dass Sie so schnell wie möglich wieder gesund werden und Ihre gewohnte Lebensqualität zurückerlangen.