Schwerpunkt Allgemein & Bauchchirurgie - Dickdarmdivertikel-Entzündung

Dickdarmdivertikel-Entzündung

Dickdarmdivertikel
Dickdarmdivertikel sind Ausstülpungen der inneren Darmwandschichten durch Muskellücken. Es entstehen kugelförmige Aussackungen verschiedener Größe, oft perlschnurförmig. Dabei handelt es sich um eine häufig auftretende gutartige Veränderung hauptsächlich des linken Dickdarmes bis zum Enddarm. Bei etwa 40 Prozent aller Menschen über 60 Jahren treten Divertikel auf. 80 Prozent dieser Menschen sind ohne Beschwerden und nicht krank. Andere haben nur leichte Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Verstopfung.

Ernährung
Zur Vorbeugung von Divertikelerkrankungen und Komplikationen wird eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollwertmüsli, Salat, Weizenkleie, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Sesam und Haferflocken mit viel Flüssigkeit empfohlen - damit wird die Stuhlmenge erhöht. Zu meiden sind Weizenmehlprodukte, Süßigkeiten, geschälter Reis und Nudeln.

Entzündung von Dickdarmdivertikeln
Die Entzündung von Divertikeln entsteht wie eine Blinddarmentzündung durch Kotstau und Abflussstörung. Dann kann es zur Vereiterung und zum Platzen der Divertikel mit schwerwiegenden Folgen kommen, beispielsweise einer kotigen Bauchfellentzündung oder einer Eiteransammlung im Bauchraum. Andere Komplikationen sind narbige Engen oder Fistelbildungen zur Harnblase. Engen führen zu Stuhlunregelmäßigkeiten bis hin zum Darmverschluss. Bei einer Blasendarmfistel kommt es zu häufigen Blasenentzündungen und zu Luft- und Stuhlaustritten beim Wasserlassen.

Beschwerden
Typische Beschwerden einer Divertikelentzündung sind Schmerzen im linken Unterbauch mit Stuhlunreglmäßigkeiten und Fieber. Je nach Lage des von der Entzündung befallenen Dickdarmabschnittes können die Schmerzen auch an anderen Stellen des Bauchraumes auftreten. Übelkeit und Erbrechen bei Darmlähmung sowie die Entwicklung eines Darmverschlusses sind möglich. Ebenso können entzündete Darmabschnitte Blutungen auslösen.

Diagnostik
Nach Erhebung der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung sind Laboruntersuchungen des Blutes und des Urins notwendig. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes kann wichtige Hinweise wie Darmwandverdickung, Transportstörung des Stuhls, Harnaufstau in die linke Niere, freie Flüssigkeit im Bauchraum oder Eiteransammlung zeigen. Eine Computertomographie des Bauchraumes mit Kontrasteinlauf dienst dem Beweis der Erstdiagnose, zeigt das Krankheitsstadium und mögliche Komplikationen.

Behandlung
Die Behandlung einer unkomplizierten Divertikelentzündung erfolgt zunächst ohne Operation. Der Darm wird mit antibiotischen und schmerzbekämpfenden Medikamenten behandelt und ruhig gestellt. Die Ernähung erfolgt über Infusionen.

Bei wiederkehrender komplikationsloser Divertikelentzündung oder bei Komplikationen wie Darmeineinegung, Blutung, Vereiterung der Fistel ist in der Regel eine Operation notwendig. Diese Operation erfolgt im Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand in der Regel minimal-invasiv. Hierbei wird in Narkose über einen Einstich am Nabel mit einer Optik und einer Fernsehkamera der Bauchraum beobachtet. Über weitere Einstiche werden Operationsinstrumente eingebracht und unter Sicht der Fernsehkamera operiert. Der Divertikel tragende Darmabschnitt und in jedem Fall die Hochdruckzone des Dickdarmes werden vor dem Enddarm entfernt und über einen sechs Zentimeter langen Hilfsschnitt im rechten Unterbauch entnommen. Der Verlauf des Darmes wird durch eine direkte Klammernahtverbindung wieder hergestellt. Die Anlage eines schützenden künstlichen Darmausganges ist in der Regel nicht notwendig. Bei einer geplanten Operation in einer entzündungsfreien Zeit ist durch die minimal-invasive Operation und spezielle Schmerzmittelgabe nach der Narkose ein sehr früher Kostaufbau mit kurzem Krankenhausaufenthalt möglich.

Vorbeugen durch Ernährung
Zur Vorbeugung von Divertikelerkrankungen und Komplikationen wird eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollwertmüsli, Salat, Weizenkleie, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Sesam und Haferflocken mit viel Flüssigkeit empfohlen - damit wird die Stuhlmenge erhöht. Zu meiden sind Weizenmehlprodukte, Süßigkeiten, geschälter Reis und Nudeln.

Gibt es bei einer Divertikelentzündung des Dickdarmes einen Darmdurchbruch mit kotiger Bauchfellentzündung, besteht Lebensgefahr. Hier ist eine sofortige Notfalloperation unumgänglich. In seltenen Fällen werden mehrfache Operationen  mit Waschung des Bauchraumes über einen Reißverschluss nötig. Der entzündungsherdtragende Darmanteil muss sofort entfernt werden. Falls eine direkte Darmnaht in dieser Situation unsicher heilen würde, ist in Einzelfällen auch die Anlage eines künstlichen Darmausganges vorübergehend notwendig. Da der Darm nicht in der Nähe des Schließmuskels betroffen ist, kann der künstliche Darmausgang nach Erholung von der schweren Erkrankung zurückverlegt werden. Bei diesen seltenen, sehr schweren und lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen wird manchmal eine Intensivbehandlung mit Langzeitbeatmung notwendig.

Kontakt

Dr..med..Wolfgang Reinpold
Chefarzt der Abteilung für Chirurgie


Sekretariat der Abteilung für Chirurgie
Tel.: 040 - 75 205 - 225 | Fax: - 357

Chirurgische Sprechstunde
Tel.: 040 - 75 205 - 225 | Fax: - 723


Station der Chirurgie
Tel.: 040 - 75 205 - 243 | Fax: - 702
 

Hotline für chirurgische Notfälle
Tel.: 040 - 75 205 - 6233

 

Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand
Groß-Sand 3  |  21107 Hamburg


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